Die Körperwekstatt - eine Werkstatt für den Körper?

Stellen Sie sich vor, Sie leben in einer Bruchbude, wo der Regen durch das Dach dringt, die Balken knacken und es durch die undichten Fenter zieht. Wäre das ein Ort zum Wohlfühlen?

Genau so, wie Sie für den Erhalt Ihrer Wohnstätte sorgen müssen, um vor den äußeren Einflüssen geschützt zu sein, genau so ist es notwendig, Ihrem Körper - der Wohnstätte Ihres Geistes sowie dem "Tempel für die Seele"- die notwendige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Altbekannt - ist es natürlich so, daß man Körper und Geist als eine Einheit betrachten muß. Um diesem Umstand gerecht zu werden, sollten natürlich Methoden Anwendung finden, die Geist und Körper berücksichtigen. Zum Glück brauchen wir an dieser Stelle nichts neues Erfinden, denn die entsprechenden Methoden sind schon vorhanden: YOGA vereint harmonisch vielfältige Übungen für die Pflege der Körper-Geist-Einheit.

Was können Sie erwarten? Das ist gar nicht so leicht darzustellen, da das Ergebnis von Ihrem eigenen Horizont, Ihren Vorstellungen, Ihrem Umfeld und weiteren Faktoren abhängt. Trotzdem möchte ich eine Darstellung versuchen. Im Wesentlichen wird Ihr Gebäude stabiler, so daß es zukünftig mehr aushalten und ertragen kann. Wir erkennen hier sofort, mit welchen Vergleichen unsere Sprache operiert: halten, Halt, Haltung, anhalten... und tragen, Träger, vertragen, tragfähig....

Wie ist das möglich? Vereinfacht gesagt, lernen Sie mittels körperlicher und geistiger Achtsamkeitübungen, sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren und dadurch nach und nach das "ständige Gerede" im Kopf zu verringern. Lebensenergie für die eigentlich wichtigen Dinge wird dadurch frei. Das führt dazu, daß sie im Alltag besser mithalten und sich in einer Stresssituation auf das Wesentliche konzentrieren können statt von körperlichen Unpässlichkeiten und dem wiederholten Nachdenken über die konfliktbeladene Auseinandersetzung von gestern Abend (mit wem auch immer) beeinträchtigt zu werden.

Was konkret müssen wir denn aushalten und ertragen? Da gibt es mehr, als man auf Anhieb denkt. Da wären zum Beispiel lang anhaltendes Sitzen, monotone Haltungen, unpassendes Schuhwerk, Widersprüche, der Steuerbescheid, Konkurrenten, Politiker, Ehepartner, uns selbst, Krankheiten, die Vergänglichkeit des irdischen Lebens, die Spirale der sich immer schneller drehenden Veränderungen und der Evolution und und und...

Nicht zuletzt sei erwähnt, daß die entsprechenden körperlichen und geistigen Übungen gern mit Religion in Verbindung gebracht werden. Sicher haben sich die Übungen auf religiösen Fundamenten entwickelt, weil es u.a. während der Entstehungszeit kaum nicht religiös orientierte Menschen gab. Primär gesehen sollen jedoch keine entsprechenden Inhalte vermittelt werden. Sondern Sie sollen Ihre Körper-Geist-Einheit fit und stark machen für die Anforderungen des Alltags.

Yoga lebt mit Ihren Inhalten, baut Ihre Inhalte weiter aus und kann durchaus auch neue Inhalte hervorbringen.

Obwohl hierzulande erst in letzter Zeit in Mode gekommen, ist anzumerken. daß entsprechende Übungen für Körper und Geist von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, in vielen Gesellschaftsformen, Kulturen, in den verschiedensten sozialen Schichten und in vielen Religionen eine lange Tradition haben.

Wenn Sie die Instandhaltung Ihrer Körper-Geist-Einheit aktiv gestalten wollen, so sind zwei Voraussetzungen notwendig. Zum einen müssen Sie sich ganz bewußt dafür entscheiden, und zum anderen müssen Sie Geduld mitbringen. So wie ein Klavierschüler nicht nach einigen Übungseinheiten in der Lage sein wird, ein Meisterwerk der Klassik zu spielen, so werden auch Sie nicht nach wenigen Übungsstunden den großen Knalleffekt verspüren. Sowohl für den Klavierspieler als auch den Yoga-Praktizierenden ist regelmäßiges Üben, idealer weise täglich, eine klare Voraussetzung für einen spürbaren Erfolg.

Wem die oben stehenden Zeilen zu allgemein und unkonkret sind und wer sich lieber auf Bewertungen der in der westlichen Welt üblichen Art- und Weise mit Fakten und Zahlen über Vorgänge im Körper und bio-chemische Abläufe informieren will, dem können die frei verfügbaren Video-Beiträge vom Kongreß "Meditation und Wissenschaft" empfohlen werden. Wie der Titel schon aussagt, geht es hier hauptsächlich um die meditativen Aspekte.

Ein wichtiger Punkt muß noch erwähnt werden. Durch die Reizüberflutungen der uns heute hier umgebenden Welt, kann es bei vielen stark gestressten Menschen zu einem bemerkenswerten Phänomen kommen, bei dem praktisch die Achtsamkeit des Betroffenen stark eingeschränkt wird und derjenige dann selbst gar nicht mehr wahrnimmt, daß es ihm im Grunde genommen schlecht geht. Die sich anbahnenden Anzeichen eines Burn Out werden überspielt und der Zusammenbruch kann dann von heute auf morgen kommen. Die gern gesehenen "Multi Tasking-Profis" von heute sind die "Burn Out-Opfer" von morgen.